Bedürfnisse

Ein ungestilltes Bedürfnis wird zu einem Wunsch. Ein Wunsch zu einer Handlung. Eine Handlung zu einem Ziel. Hat das Kind zum Beispiel noch nicht gefrühstückt spürt es das Bedürfnis nach Hunger. Es möchte etwas Essen und äußert dies. Dann gibt es Frühstück, das Kind ist satt und hat sein Ziel erreicht. Die Bedürfnisse werden in verschiedene Kategorien eingeteilt und sind unterschiedlich wichtig. Trinken, Essen und Schlafen sind zum Beispiel lebensnotwendige Bedürfnisse, während das Bedürfnis nach Erfolgserlebnissen eher zweitrangig ist. Abraham Maslow, der ein US-amerikanischer Psychologe war, hat dies in einer Pyramide anschaulich dargestellt, die ich euch nun zeigen werde.

Die Bedürfnis-Pyramide

Damit diese Pyramide stehen kann braucht sie vor allem den unteren Teil. So ist es bei einem Kind auch. Um die oberen Bedürfnisse stillen zu können müssen zunächst die Grundbedürfnisse abgedeckt sein. Also „Hunger, Pipi, kalt“ wäre nicht so optimal. Wenn es aber „satt, warm und ausgeschlafen“ ist, hat es optimale Voraussetzungen. Man kann sich das auch wie eine Treppe vorstellen. Erst wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind geht man zur nächsten Stufe. Sind diese Bedürfnisse gestillt so steigt man auf die darauffolgende. Die einzelnen Pyramidenbausteine beinhalten folgende Unterpunkte:
Grundbedürfnisse
-gesunde Ernährung
-regelmäßig trinken
-einen geregelten Wach-Schlaf-Rhythmus
-warm/ dem Wetter angepasst angezogen
Sicherheitsbedürfnisse
-Regeln in Erziehung
-Schutz vor Gefahren
-tägliche Rituale
-bei Krankheit gesund pflegen
-Kuscheln und gemeinsame Zeit verbringen
Wir-Bedürfnisse
– Freundschaften aufbauen und pflegen
-Konflikte lösen
-miteinander spielen (Kind+Kind, Eltern+Kind)
-das Kind so annehmen, wie es ist
-Kuschelzeiten
-Bezugspersonen haben (Eltern, Erzieher, Tagesmutter, Lehrer,…)
Äußere Ich-Bedürfnisse
-Selbstbewusstsein aufbauen, stärken und ausbauen
-Machtkämpfe
-Lob bei Erfolg (Erfolgserlebnisse haben dürfen)
-jedes Kind ist einzigartig und kann etwas besonders gut. Das sind die Stärken. Sie sollten in den Vordergrund gerückt und dem Kind mitgeteilt werden: „Du kannst…“
Innere Ich-Bedürfnisse
-woher komme ich und wie ist die Welt entstanden?
-Neues lernen (Neugierde)
-sich weiter entwickeln
-Religion
-jährlich wiederkommende kulturelle Ereignisse (Ostern, Weihnachten, Geburtstag,…)

Das sind die wichtigsten Dinge, die ein Kind braucht, auf einer Seite zusammengefasst. Ich habe die Bedürfnisse in Wünsche umformuliert, damit man es sich leichter vorstellen kann. Die Kinder zeigen einem schnell und meist auch deutlich, was sie brauchen. Schließlich lernen sie schon im Säuglingsalter, dass ihr Weinen und Schreien eine Art der Kommunikation ist. Sie teilen sich mit und später fangen sie an das Schreien durch Worte zu ersetzten. Wenn ihr dazu genauere Informationen haben möchtet, kann ich euch meinen Beitrag zum Thema Emotionen (Emotionsbeitrag verlinken) ans Herz legen. Kommen wir zurück zu den Bedürfnissen der Kinder. Sie können einige Bedürfnisse in jungen Jahren noch nicht selbstständig stillen, weshalb sie auf Hilfe von Erwachsenen angewiesen sind. Nach und nach lernen sie jedoch, wie sie selbst für ihr Wohlbefinden sorgen. Wir können die Kinder auf diesem Weg unterstützen.

  • Regeln und Grenzen helfen Kindern sich zu orientieren. Durch sie kann man dem Kind einen geregelten Rahmen bieten, in dem es routiniert die Bedürfnisse stillen kann. Feste Essens- und Schlafenszeiten sind also optimale Bedingungen.
  • Spielvorgänge sollten wir nicht abrupt unterbrechen, sondern einen Zeitrahmen setzen, wie lang das Kind noch spielen kann. In jungen Jahren kann man auch schon verbal mitteilen, dass es zum Beispiel noch fünf weitere Steine verbauen darf, bevor es Abendessen gibt. So kann es sein Bedürfnis nach spielendem Lernen sanft beenden, um das Grundbedürfnis Hunger entspannt stillen zu können.
  • Wir sollten aber auch dem Kind und seinen Fähigkeiten vertrauen, sodass es sich frei entwickeln kann. Im Alltag sollte es mithelfen dürfen. Traut es eurem Kind zu. Auch schon mit zwei Jahren kann es den Tisch selbst decken, wenn ihr euch die Zeit nehmt es zu Beginn gemeinsam zu machen. Nach und nach macht ihr selbst immer weniger und dann kann euer kleiner Schatz schon ganz viel selbstständig erledigen. Das klappt auch schon beim Aufräumen. Probiert es einfach aus ihr Lieben.
  • Damit euer Kind und ihr den eben genannten Punkt entspannt erreichen könnt, ist es wichtig eine kindgerechte Umgebung zu haben. Kindersichere Wohnungen sind für die kindliche Entwicklung viel entspannter, da man weniger Gefahren beachten muss. Natürlich ist es beim Tisch decken gefährlich ein kleines Kind mit Messern laufen zu lassen. Habt ihr ein unwohles Gefühl dabei, gebt eurem Kind nur die Löffel zum Verteilen. Auch das reicht bereits aus, damit euer Kind sich als eigenständige Person erlebt. Das Messer könnt ihr als Eltern dann selbst ergänzen.

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