Entwicklung

Von Entwicklung spricht man dann, wenn ein momentaner Zustand verändert wird. Das ist sehr allgemein formuliert und bedeutet übersetzt, dass ein stehendes Kind, das ist der momentane Zustand, laufen lernt, indem es sich Haltemöglichkeiten sucht. Es verändert also seine Fortbewegungsart und entwickelt sich im motorischen Bereich weiter. Das schauen wir uns in diesem Beitrag genauer an. Zudem werden wir uns Entwicklungsfortschritte anschauen. Und gibt es eigentlich auch Entwicklungsrückschritte?

Entwicklungsbereiche

Motorik, Wahrnehmung, Kognitiv (Gehirn/ Geistig), Emotional, Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung, Sozial, Sprache und Kommunikation, Biologisch/Körperlich. Das sind die einzelnen Entwicklungsbereiche, die jedoch nicht getrennt voneinander ablaufen, sondern miteinander kooperieren. In manchen Bereichen mal stärker oder weniger. Im Fokus sollten immer die Stärken und nicht die Schwächen stehen. Denn unsere Erziehung heutzutage ist Ressourcenorientiert. Was kann mein Kind und worin kann ich es unterstützen, dass es in seinen Interessensfeldern weiter kommt? Durch das Unterteilen der Entwicklung in verschiedene Bereiche, kann man das Kind individuell unterstützen. Ein Kind, das schon mit 10 Monaten läuft, spricht oftmals erst später. Dann ist es in seiner körperlichen und motorischen Entwicklung vorangekommen und entwickelt sich im sprachlichen Bereich erst später weiter. Es muss nämlich nicht alle Bereiche auf einmal abdecken und gleich stark weiter entwickeln. Wir sind alle einzigartig und jeder hat andere Interessen. Bei Kindern kann man das auch beobachten. Sprechende Kinder werden sich früher für Bücher interessieren, als Kinder, die früher laufen können. Diese werden sich mehr auf ihre Bewegungsabläufe fokussieren. Es ist also wichtig, dass das Positive gesehen wird. Das jeweilige Können und der Erfolg des Kindes sollte nicht mit anderen Kindern verglichen werden.

Erreichen eines Entwicklungszieles

Am Anfang hat das Kind eine neue Herausforderung, die es bewältigen möchte. Also nimmt es die Herausforderung an und probiert etwas aus. Nach einer Weile, Übung macht bekanntlich den Meister, schafft es die Herausforderung schon etwas und möchte dann mehr dazu ausprobieren, bis es das Ziel erreicht hat. Dann ist es ziemlich stolz und das darf es auch sein. War ja ein anstrengender Weg. Zum Beispiel: Das Kind möchte, nachdem es stehen kann, laufen lernen. Es hat daran großes Interesse, da Mama und Papa auch laufen und es die Welt aus einer anderen Perspektive sehen kann. Zu Beginn läuft es um den Wohnzimmertisch herum, da er eine gute Höhe zum Festhalten hat. Das machen lustiger Weise ziemlich viele Kinder so. Wie war oder ist es bei euren Kindern? Laufen sie auch um den Wohnzimmertisch herum? Auf jeden Fall merkt das Kind, dass das schon gut klappt und möchte nun ohne Hilfsmittel laufen können. Deshalb lässt es den Tisch los und läuft einen Schritt. Juhu, es funktioniert!

Rückschritte

Kennt ihr das auch? Euer 3-jähriges Kind konnte eigentlich schon laufen, der Schnuller war abgewöhnt, es konnte sich allein anziehen, im eigenen Bett schlafen und/oder selbstständig essen. Und jetzt?! Es ist alles wie weg gefegt… „Hat mein Kind einen Rückschritt gemacht? Geht das überhaupt?“ Tatsächlich ist es so, dass Kinder, wenn sie in ein „Babyhaftes“-Verhalten fallen, oftmals nur Anlauf nehmen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Teilweise sind es sogar keine Entwicklungsschritte, sondern schon Entwicklungssprünge. Natürlich kann es auch sein, dass das Kind nochmal den vorherigen Entwicklungsstand testen möchte und deshalb dieses Verhalten aufweist. Schließlich war das Leben leichter, als man seine Schuhe noch nicht alleine anziehen musste und getragen wurde. Nun hat man als Elternteil eine schwere Aufgabe. Wenn das Kind das „Babyhafte“-Verhalten aufweist, das heißt zum Beispiel es möchte sich die Jacke nicht allein anziehen, obwohl es das schon gelernt hat, kann man ihm helfen, indem man ruhig bleibt und folgende Sätze wiederholt: „Ich weiß, dass du das schon kannst. Du hast das schon gelernt und ich glaube an dich.“ Diesen Satz muss man meist ziemlich oft wiederholen, bis es einem selbst schon fast zu den Ohren wieder heraus kommt und man braucht eine Menge Zeit und Geduld. Ich weiß, dass das nicht so einfach ist und man eigentlich am liebsten verzweifeln würde. Übt es am besten vor dem Spiegel, denn es hilft bestimmt. Ich bin mir sicher, dass ihr es schaffen könnt. In der Trotzphase ist das auch eine Möglichkeit, um sein Kind etwas zu beruhigen. Fällt es uns nicht auch leichter etwas zu machen, das wir gar nicht wollen oder sogar denken, dass wir es gar nicht können, wenn wir wissen, dass jemand an uns glaubt?

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