Faustlos

Faustlos ist ein Lehrprogramm, das in KiTas und Grundschulen angewendet werden kann. Ziel ist es, die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder zu erweitern. Zudem erhalten die Kinder gewaltfreie Konfliktlösestrategien, die sie im Alltag anwenden können. Faustlos bedeutet nicht nur, dass man Konflikte ohne Fäuste, also ohne Gewalt, austrägt, sondern auch sprachlich niemanden verletzen sollte. Das Ganze ist in süßen Geschichten mit dem Wilden Willi und der ruhigen Schneck verpackt. Durch diese Figuren, die als Handpuppen existieren und mit dessen Hilfe die Kinder Rollenspiele machen können, lernen die Kinder mit Konfliktsituationen umzugehen. Sie lernen darauf zu schauen was der Andere fühlen kann und sich in diese Person hinein zu versetzen. Die Kinder benennen in den Geschichten, wie es welchem der beiden Tiere gerade geht. Im Alltag kann man mit den Kindern, in den realen Konfliktsituationen untereinander, die gelernten Fähigkeiten anwenden und erproben. Es ist wichtig, dass man als Erwachsener hierbei nur als Regelwächter fungiert, sodass die Kinder ihren Konflikt möglichst selbstständig lösen können. Kommt ein Kind mit einer Beschwerde zu einem Erwachsenen, ist es wichtig zunächst das Kind zu fragen, ob es denn einen eigenen Lösungsvorschlag hat. Wenn ja kann es diesen ausprobieren und als Erwachsener beobachtet man dies gezielt. Funktioniert diese Lösungsstrategie? Wenn ja ist es natürlich ideal und das Kind hat ein Erfolgserlebnis. Falls der Konflikt sich dadurch jedoch nicht beenden lässt oder sogar zu eskalieren droht, sollte man auf die Kinder zugehen und sich auf ihre Augenhöhe begeben. Wichtig ist es, dass man sich nicht auf eine Seite stellt. Auch bildlich gesehen, sollte man zwischen den Kindern stehen oder knien. Beide Kinder haben sich an folgende Regeln zu halten:

  1. Sowohl nonverbal, als auch verbal darf keine Gewalt angewendet werden
  2. Alle Beteiligten dürfen ausreden und die Situation aus ihrer Sicht schildern
  3. Sowohl die eigenen Gefühle, als auch die Gefühle der weiteren Beteiligten sind gleichermaßen wichtig
  4. Nun dürfen Wünsch geäußert werden, wie man den Konflikt lösen kann
  5. Kompromiss/Lösung finden, womit alle im besten Fall glücklich oder zumindest einverstanden sind

Als Erwachsener braucht man viel Geduld und vor allem auch Zeit dafür. Unparteiisch sollte man auch dann bleiben, wenn man eigentlich denkt, dass ein Kind nicht gut gehandelt hat. Es ist nämlich nicht so wichtig, was die Konfliktursache ist. Im Fokus steht die Konfliktlösung. Nur so kann man einen Konflikt durch Faustlos beseitigen.

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