Montessori

Allgemeine Infos
Diese Bildungsphilosophie wurde nach der Ärztin Maria Montessori, die im Jahre 1870 in Italien geboren wurde, benannt, da sie diese auch entwickelte. Der wohl bekannteste Satz in dieser pädagogischen Grundhaltung lautet:

Ziele
Das größte Ziel ist es, die Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen. Beziehungsweise es wird dafür gesorgt, dass das Kind selbstständig bleibt. Das Kind erhält dafür genügend Raum und Zeit und es lernt sich selbst immer besser kennen.

Bild vom Kind
Jedes Kind ist von Anfang an Neugierig und Wissbegierig und möchte am Leben der Erwachsenen teilnehmen. Kinder sind von Natur aus selbstständig und sie bringen schon eine Persönlichkeit mit Vorlieben und besonderen Fähigkeiten mit. Diese gilt es herauszufinden und zu unterstützen, damit sie sich voll entfalten können. Kinder möchten sich schon in jungen Jahren selbst anziehen können, beim Wäscheaufhängen und Einkaufen helfen und sich alleine die Zähne putzen. Das sollte man nicht unterbinden, sondern fördern.

Lernverständnis
Der Weg ist immer auch das Ziel. Kinder haben ihre ganz eigenen Pläne, die sie umsetzen möchten. Dadurch lernen sie. Beim Lernen wählen die Kinder das Tempo, das Thema und die Wiederholung der Lektionen selbstständig. Hierbei hilft das Montessori-Material. Diese werden in folgende Kategorien unterteilt:
Übungen des täglichen Lebens: Kinder nehmen, wie wir bereits wissen, gern am Alltag der Erwachsenen teil. Kochen, Hände waschen, Wäsche aufhängen, etwas im Kalender notieren und telefonieren sind spannende Aktivitäten. Es bietet sich also sehr viel Spielmaterial oder die Kinder kochen mit und Hängen zusammen die Wäsche auf. Natürlich gibt es das aber auch in Kleinformat. Miniwäscheleinen oder einfach eine Schüssel mit einem Löffel reichen schon aus, dass sich die Kinder groß fühlen und Lernerfolge haben.
Sinnesmaterial: Fühlen, Riechen, Hören, Schmecken und Sehen. All das brauchen eure Kinder in ihrem Leben. Durch verschiedene Materialien zum Erfühlen, Gerüche zum Schnuppern, Klänge zum Hören, Essen zum Schmecken und Beobachten lernen eure Kinder eine Menge über ihre Umgebung. Beliebt sind vor allem Fühlboxen, in denen Materialien sind, die man erraten muss, ohne, dass man sie sehen kann. Aber auch Watte mit verschiedenen Aromen zum Riechen oder Klangschalen zum runter kommen werden gerne genutzt.
Mathematikmaterial: Kinder haben schon sehr früh ihre ersten mathematischen Erkenntnisse. Schon das Sortieren von Gegenständen und das Verstehen von Größenverhältnissen zählen zum mathematischen Verständnis. Das Rechnen und Abzählen erfolgt darauffolgend. Dabei kann man durch das Zählen von Steinen nachhelfen. Auch das 3D-Denken ist ein Bestandteil der Mathematik. Hier gibt es Würfel, die man aus kleinen Teilen zusammenbauen kann. Auch Legosteine sind eine gute Übungsvariante. Formen gehören in die Geometrie und sind ebenfalls sehr wichtig.
Sprachmaterial: Sprache erlernt man miteinander. Am Anfang hört das Kind zu, was in ihrer Umwelt alles gesprochen wird. Dann beginnt es zu brabbeln, bis es die gehörten Wörter und Sätze schließlich nach spricht. Darauf wird dann die Grammatik aufgebaut. Fördern kann man diese Lernprozesse durch alle Alltagsmaterialien, da man mit dem Kind darüber spricht. „Das ist ein Dreieck. Und das hier ist ein Kreis.“ Das Kind kann nach kurzer Anleitung dann selbst damit lernen. Es weiß schon, dass diese Form ein Viereck ist und kann auch sehen, dass ein Kreis keine Ecken hat. Schreiben erlernt das Kind dann durch Erforschen der Buchstaben. Es legt diese mit Knete nach, schreibt sie in den Sand und lernt sie zu sinnhaften Wörtern zu kombinieren. Dazu werden oft Buchstabenkarten benutzt. Hier kann das Kind auch die Buchstaben auf einem Blatt abmalen.
Material zur kosmischen Erziehung: das Kind erlebt Normen, Werte und Regeln in seiner näheren Umgebung und in der Natur. Den Kalender und die Jahreszeiten kennen lernen, die Uhr lesen können und Zeit verstehen, das Wetter beobachten und unser Universum und den Lauf der Zeit erforschen. All das interessiert Kinder, weil es zu ihrem Alltag gehört und die Fragen „Wer bin ich und woher komme ich?“ Kinder beschäftigen.

Meistens befinden sich die Lernmaterialien auf solchen Tabletts. Somit hat alles seinen Platz und man hat auch schnell aufgeräumt. Das Kind lernt sich zu konzentrieren und erst aufzuräumen, bevor es etwas Neues macht. Wünschen wir uns das nicht alle?

Räumlichkeiten
In Montessori-Einrichtungen gibt es die eben genannten Lerntabletts, die in den Schränken stehen und für die Kinder frei zugänglich sind. Sie werden je nach Interessen und Bedürfnissen verändert oder durch neue Ideen ersetzt.

Tagesablauf
Die Kinder bekommen die Möglichkeit und die Zeit sich an- und auszuziehen, zu waschen, frei zu spielen und beim Kochen und weiteren alltäglichen Situationen mitzuhelfen. Es gibt meist einen Morgen- oder Tageskreis, damit die Kinder Sicherheit und Orientierung im Tagesablauf haben. Angebote finden während des Freispiels statt. Sie sind jedoch eher selten, da die Kinder sich selbst beschäftigen und eigenständig lernen.

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