Reggio

Allgemeine Infos
Dieses pädagogische Handlungskonzept stammt aus der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia. Es wurde als Projekt der gesamten Stadt gesehen und in die Tat umgesetzt. Loris Malguzzi gilt im Endeffekt jedoch als Begründer, da er die Inhalte konzeptionell festhielt.

Ziele
Erziehung zur Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität. Das Kind sollte ein mündiger Teil der Gesellschaft werden. Das ist das oberste Ziel.

Bild vom Kind
Kinder sind nicht vollständig genetisch vorherbestimmt sondern durch die Umwelt beeinflussbar. Sie entwickeln sich immer weiter und gestalten ihre Lernprozesse und ihren Lebensweg aktiv mit. Die Kinder werden hier als eigenständige Persönlichkeit gesehen, die Forscher und Künstler sind. Kindererziehung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Eltern, Erziehern, Fachberatern und Bürgern.

Lernverständnis
Die Kinder bekommen Techniken gezeigt, die sie nutzen können. Also zum Beispiel Lupen, Holz, Spiegel und Farben. Die Fragen, die sie beschäftigen, dürfen sie selbst durch ausprobieren beantworten. Die Erwachsenen stehen ihnen unterstützend zur Seite, um zum Ziel zu kommen. Sie bieten ihnen Möglichkeiten, aber greifen die Lösung nicht vorweg. Im Alltag sind sie Vertrauter, Begleiter, Zuhörer und Beobachter. Die kindliche Erkenntnis ist ein Wechselspiel von kognitiven Konflikten und Lösungsversuchen. Das Finden von Fragen ist wichtiger, als das Finden von Lösungen.

Räumlichkeiten:
Die ursprüngliche Reggio-Einrichtung hat Wände aus Glas und sechseckige Räume, wie bei einer Bienenwabe. Heute sind die Gebäude jedoch einfach gehalten. In der Mitte befindet sich dennoch der zentrale Punkt, der auch „Piazza“ genannt wird. Er dient zur Orientierung und als Treffpunkt, da man den Überblick auf alle Räume hat. Die Räume gelten als sogenannte „dritte Erzieher“, da eine gute Raumgestaltung die Entwicklung des Kindes positiv beeinflusst. In der gesamten Einrichtung findet man „Sprechende Wände“. Hier sind Bildern, Berichte und Kommentare abgebildet. Überall sind Bodentiefe Fenster und Spiegel, damit sowohl Erwachsene, als auch Kinder einen Nutzen davon haben.

Tagesablauf
Der Tagesablauf ist einer offenen KiTa-Konzeption sehr ähnlich. Die Kinder haben jedoch Stammgruppen. Diese suchen sie nur zum Morgen- und Abschlusskreis auf. Der restliche Tag ist durch eine Freispiel ähnliche Phase geprägt. Die Kinder dürfen alle Funktionsräume nutzen in denen viele Kursartige Angebote stattfinden, an denen die Kinder teilnehmen können. Vor allem der Pyramidenspiegel, der Leuchttisch und der Medien-Funktionstisch sind elementare Begleiter der Kinder. Im Pyramidenspiegel können die Kinder sich selbst wahrnehmen. Sie haben die Möglichkeit sich selbst aus allen Blickwinkeln zu betrachten und zu erkennen. Auf dem Leuchttisch kann man verschiedene Materialien beleuchten und somit fokussiert betrachten. Der Medien-Funktionstisch ist dazu da, dass die Kinder sich untereinander ihre gewonnenen Erkenntnisse präsentieren können. Sie halten sozusagen Mini-Referate und das schon in jungen Jahren. Der Abschlusskreis bietet für diese Aktivität den optimalen Rahmen.

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