Waldpädagogik

Allgemeine Infos
Die ersten Waldkindergärten wurden in den 1970ern gegründet. Die ursprüngliche Idee stammt von einer dänischen Mutter Namens Ella Flatau, die mit ihren eigenen und den Nachbarskindern gerne im Wald unterwegs war. In diesem Handlungskonzept ist die Natur ein zusätzlicher Erzieher und bietet auch automatisch Spielmaterialien. Die Kleidung sollte wetterfest und robust sein, sodass die Kinder nicht zu schnell erkranken oder die Klamotten zu schnell kaputt gehen. Vermeiden kann man es natürlich trotzdem nicht.

Ziele
Die Schulung der Sinne, Motorik und Kreativität stehen mit der Stärkung des Sozialverhaltens, dem Aufbau des Selbstvertrauens und natürlich den Erfahrungen in der Natur im Vordergrund.

Bild vom Kind
Der Mensch gehört in die Natur, da er aus der Natur stammt und sie zum Überleben braucht. Kinder haben viele Möglichkeiten in der Natur ihre Persönlichkeit zu bilden. Kinder sind von Anfang an mit Kompetenzen und Fähigkeiten ausgestattet. Sie steuern ihre Entwicklung weitestgehend selbst. Sie nehmen aus eigenem Antrieb Kontakt mit ihrer Umwelt auf und beenden ihn von sich aus, wenn sie sich überfordert fühlen. Sie tragen Neugierde und Wissbegierde in sich, weshalb sie sich stetig weiter entwickeln möchten und somit ihren Horizont erweitern.

Lernverständnis
Die Natur bietet von sich aus große Lernmöglichkeiten. Sei es der unebene Boden, Spielmaterialien, wie zum Beispiel Stöcke, die Tiergeräusche oder Matsch zum Bauen. All das ist wichtig für die kindliche Entwicklung. Dadurch, dass es keine räumlichen Grenzen gibt, lernen die Kinder sich an den Regeln zu orientieren. Zudem wird das Immunsystem gestärkt und die Kinder erfahren ihre eigene Rolle im sozialen Miteinander. Sie schärfen ihre Sinne und schulen ihre motorischen Fähigkeiten. Ihre Kreativität wird im großen Maße gefördert.

Tagesablauf
Der Tagesablauf beginnt mit einem Morgenkreis und dem gemeinsamen Frühstück. Hierbei werden Regeln besprochen, die die Kinder über den Tag hinweg begleiten.
Es wird nichts, außer dem Brotdoseninhalt gegessen.
Es werden keine Pflanzen, Tiere und Menschen verletzt. Wir helfen uns gegenseitig und achten aufeinander.
Immer in Sicht- und Hörweite bleiben.
Die Hygiene wird natürlich auch thematisiert. Bevor es etwas zu Essen gibt, waschen die Kinder sich mit Waschlappen aus ihrem Rucksack, die in einer separaten Brotdose sind, die Hände. Auch nach dem Essen wird sich gewaschen, damit keine Essensreste an Händen und Gesicht sind. Toiletten gibt es nicht. Dafür haben die Kinder aber einen Pipi-Baum und eine Art Plumpsklo
Anschließen darf frei gespielt oder an Angeboten teilgenommen werden. Im Freispiel dürfen die Kinder Naturmaterialien verwenden und die Erzieher und Erzieherinnen stellen oftmals zusätzlich Sägen, Schnitzmesser und andere Werkzeuge zur Verfügung. Am Schluss wird der Tag mit einem Abschlusskreis beendet, in dem die Kinder sich selbst reflektieren. Was hat mir gefallen und was nicht? Was habe ich heute gemacht und habe ich vielleicht schon eine Idee für den nächsten Tag?

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