Erzfeind Hausaufgaben

Da kommt man nach der Schule nach Hause und hat trotzdem noch keinen Feierabend. Die Hausaufgaben sind noch zu erledigen und eventuell muss auch noch für eine Klassenarbeit im Anschluss gelernt werden. Kinder, die in eine Betreuung nach der Schule gehen oder in einer Ganztagsschule angemeldet sind teilen meist das gleiche Schicksal. Hausaufgaben sind meist keine Lieblingsbeschäftigung. Dadurch ist es auch keine Seltenheit, dass es zu Konflikten mit den Eltern oder pädagogischen Fachkräften kommt. Wenn man dann als Elternteil sich in einer ruhigen Minute an seine eigene Kindheit erinnert, merkt man sehr schnell, dass es einem auch so ergangen ist. Eigentlich können wir unsere Kinder doch gut verstehen und wenn wir das dann im nächsten Konflikt im Hinterkopf behalten, wird es bestimmt weniger eskalieren. Damit die Zeit der Hausaufgaben zu einer erträglicheren Situation werden kann, schauen wir uns zunächst an, warum Hausaufgaben überhaupt von den Lehrern aufgegeben werden und welche Tipps deren Erledigung auch erleichtern können. Legen wir los!

Warum gibt es Hausaufgaben?

Diese Frage stellt sich bestimmt jedes Kind im Laufe der Schulzeit. In den meisten Fällen kommt man dann zu dem Ergebnis, dass es bestimmt nur deshalb gemacht wird, um die Schüler zu ärgern oder zu bestrafen. Doch das stimmt nicht. Hausaufgaben dienen dazu den schulischen Unterricht zu ergänzen und zu vertiefen. So lautet zumindest die Theorie dahinter. Für manche Schülerinnen und Schüler ist dies auch zutreffend, jedoch nicht für alle. Es gibt verschiedene Lerntypen und dadurch kann es sogar passieren, dass Hausaufgaben manchen Kindern mehr schadet als nützt. Das klingt erstmal nach einer perfekten Ausrede oder? Doch es ist tatsächlich so. Ich persönlich bin daher der Meinung, dass Hausaufgaben etwas freiwilliges sein sollten. Unterrichtsinhalte, die man bereits verstanden hat, muss man aus meiner Sicht nicht unbedingt wiederholen. Hat man allerdings noch offene Fragen oder gemerkt, dass es ein paar Schwierigkeiten gibt, ist es sinnvoll noch ein paar Aufgaben zu lösen, um den Inhalt zu festigen. Das setzt aber voraus, dass das Kind ehrlich zu sich selbst ist und sich Schwächen eingestehen kann. Da das Schulsystem Hausaufgaben aktuell noch fest verankert hat, bringt mein Wunschdenken leider nichts. Deshalb schauen wir uns nun an, welche Tipps und Tricks es gibt, um das Kind bei dem Hausaufgaben optimal zu begleiten.

Die 5 Tipps und Tricks

  1. Die Haltung der Eltern dem Kind gegenüber kann schon die Zeit der Hausaufgaben beeinflussen. Eine positive Wirkung kann entstehen, wenn nicht die Kontrolle im Vordergrund steht, sondern am besten eine Lernpartnerschaft gebildet wird. Sobald das Kind merkt, dass es nicht noch einen strengen Beobachter, sondern eine Person mit Verständnis bei sich hat, wird es sich entspannen und weniger auf Konfrontation aus sein. Wenn es zu kleineren oder auch größeren Problemen kommt, weil es keine Lösung für eine Aufgabe findet, kann es hilfreich sein, wenn ihr gemeinsam nach der Antwort sucht und nicht von oben herab die Lösung diktiert.
  2. Eine Pause vor den Hausaufgaben zu machen erleichtert in den meisten Fällen den Prozess und beschleunigt sogar das gesamte Arbeitstempo. Allerdings sollte diese nicht zu lang sein, damit das Kind noch in der Lage ist sich zu konzentrieren. 30 bis 60 Minuten sind eine optimale Zeitspanne.
  3. Ein idealer Arbeitsplatz ist auch hilfreich. Diesen habe ich in einem anderen Blog-Beitrag bereits beschrieben, der „mein perfekter Schreibtisch“ heißt. Schaut auch dort gerne vorbei, um weitere Tipps zu erhalten.
  4. Erst leicht dann schwer oder doch umgekehrt? Es gibt zwei Theorien, die sich gegenseitig allerdings sehr wiedersprechen. Die eine Theorie besagt, dass man mit den leichten Aufgaben beginnen sollte, um ein schnelles Erfolgserlebnis zu haben und die Motivation zu steigern. Die zweite Theorie besagt, dass man mit den schwierigen Aufgaben beginnen sollte, um sich auf die leichten Dinge im Anschluss zu freuen. Tatsächlich ist beides gut möglich und wie so häufig von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Findet gemeinsam mit dem Kind heraus, welche Theorie am besten passt und wendet diese dann an.
  5. Ein Belohnungssystem könnte für Motivation sorgen. Allerdings ist es wichtig darauf zu achten, dass es nicht die Überhand gewinnt. Es könnte so aussehen: schnappt euch zum Beispiel ein Notizbuch und ein paar Aufkleber, die euer Kind dann dort sammelt. Jeder schnell und zuverlässig erledigter Hausaufgaben-Tag wird dadurch mit einem Aufkleber belohnt. Das funktioniert auch mit schönen Postkarten. Um eine Postkarte für das Album zu erhalten müssen 10 Unterschriften auf der Rückseite gesammelt werden. Eine Unterschrift gibt es, wenn die Hausaufgaben schnell und auch zuverlässig an einem Tag erledigt wurden. Findet gemeinsam mit dem Kind heraus, welches Belohnungssystem am besten funktioniert. Es kann natürlich auch etwas ganz anderes sein, als hier erwähnt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.